• Die Eisbombe

Deutschland 2008
Regie: Oliver Jahn
mit Eike Weinreich, Karoline Eichhorn, Peer Martiny
97 Min.
Kinostart: 7. August 2008

So sieht sie aus, die Risikogesellschaft im Zeitalter von Klimawandel, Reaktorschmelze, Ozonloch und Gammelfleisch: Sie bringt Total-Phobiker wie die Schuhmann-Weils hervor, deren Familiennukleus kaum minder gefährlich für die Gesundheit ist. Tom (Eike Weinreich) ist ein Ödipussi, bald 20 Jahre alt. Er probt erste Befreiungsversuche aus dem Fürsorge-Terror, mit dem ihn seine Eltern überziehen. Als Lehrerkind mit Regenphobie und ausgeprägten Dachschaden lebt er unter dem strengen Diktat der gesundheitsfanatischen Mutter, die das Leben als Dauerkrise begreift und ihre Familie davor unerbittlich schützt.

Der mysteriöse Einschlag eines rosafarbenen Eisbrockens in den heimischen Dachstuhl katalysiert die Krise: Als die panischen Eltern daraufhin den Atomschutzbunker im Garten beziehen, hat Tom genug und flieht in eine Zivi-Bude, die ihm seine Stelle an der örtlichen Charité anbietet. Doch wer emotional noch abhängig wie ein Kleinkind ist und die Realität bisher nur durch keimfreie Plastikplanen betrachtet hat, muss schon ein wenig mehr strampeln, um wirklich flügge zu werden. Diesbezüglich sind die resolute Krankenhausangestellte Elfie (Heike Jonca) und ihre Nichte, Schauspielstudentin Lucie (Katharina Schüttler), eine gute Hilfe und ein verblüffend weicher Boden, auf den Tom fällt. In ihnen findet er Ersatzmutter und erste Liebe, des weiteren zu sich selbst und zum echten Leben, dessen Unwägbarkeiten er sich nach viel therapeutischer Liebesmüh und Ärgernissen erfolgreich stellt.


Atlantis